Gut 3 Jahre nachdem wir unseren alten Rockhopper I verkauft haben, steht nun under neuer Rockhopper II  - ein IVECO Daily 4x4 Expeditionswohnmobil - mehr oder minder abfahrbereit vor unserer Tür. Warum nur "mehr oder minder abfahrbereit"? Für einen Urlaub in Europa ist fast alles perfekt, für unsere Worldtour, die im September 2022 starten soll, werden noch einige Optimierungen durchgeführt werden.... Aber dafür haben wir ja auch noch ausreichend Zeit.

Sollen wir oder sollen wir nicht? – Das war die Frage, die uns in den Tagen vor der Abreise permanent beschäftigte. Letztendlich entschieden sich ein paar Mutige mit nach Griechenland zu kommen. Eigentlich brauchte es gar nicht so viel Mut, zumal die Inzidenzien für Griechenland weit unter dem Wert in Deutschland lagen und nur knapp über der magischen 50 und die ganze Region Kerkini keinen einzigen Coronafall hatte.

 

Wenngleich das Buch „Liebe in den Zeiten der Cholera“ von Gabriel García Márquez mit Sicherheit unendlich viel mehr Aufmerksamkeit erfahren hat als es mein bescheidener Artikel je haben wird, so gibt es doch - zugegebenermaßen weit hergeholte - Ähnlichkeiten. Die vor vielen Jahren entdeckte große Liebe zu Island sollte in diesem Jahr fast zu einer platonischen Liebe werden, wenn wir nicht allen Mut zusammen genommen hätten und doch gefahren wäre. Allen Widrigkeiten in Form von Quarantäne, Corona-Tests und stornierten Flügen trotzend...

Wer noch auf der Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk ist, sollte sich das Buch "Fotografieren in der Natur", dass ich mit 6 weiteren Fotografen geschrieben habe, noch einmal etwas näher anschauen. Es ist nicht nur irgendein Fotobuch, sondern ein ganz Besonderes, dass im November 2020 mit der Bronzemedaille des "Deutschen Fotobuchpreises 2020 / 2021" ausgezeichnet worden ist.

 

Eigentlich wäre ich ja in Brasilien gewesen, aber wegen Corona....

So mussten also andere Ziele her. Natürlich kann man in Europa viele spannende Dinge fotografieren, aber wo gibt es noch etwas, das man nicht an jeder "Ecke" sieht - ein schwieriges Unterfangen. Und so kam alles anders als geplant. Während des Corona Lockdowns habe ich mit meinen Sohn sein erstes Wohnmobil ausgebaut: Sein ganzer Stolz ein Fiat Ducato mit 180 PS. So nutzten wir die Zeit für eine schöne Vater - Sohn Aktion, die zwar nicht immer ganz einfach war, aber am Ende konnten wir ein schönes Ergebnis präsentieren.

 

Ein bisschen Glück hatten wir schon, denn wir gehörten mit zu den Ersten, die Helgoland nach dem Lockdown wieder bereisen konnten. Es blieb allerdings bis zur letzten Minute spannend, da niemand genau wusste, wie denn nun die Aufhebung des Lockdowns umgesetzt werden sollte. Einen tieferen Einblick in die Strukturen von Landes- und Bezirksregierungen möchte ich hier lieber auslassen.

Nicht jedem, der sich Fotos im Internet anschaut, ist bewusst, wie viel Zeit, Geduld, Aufwand und Mühsal sich hinter vielen dieser Bilder verbergen. Ob Regen, Sturm, Sonne, Wolken, Hitze oder Kälte – einen Natur- und Tierfotografen darf nichts schrecken. Gerade beeindruckende Bilder werden häufig bei extremen Wetterbedingungen gemacht oder zu recht ungewöhnlichen Uhrzeiten. Wer steht schon gerne früh morgens um 3.15 Uhr auf, klettert mit einer Stirnlampe und einem schweren Fotorucksack bepackt 500 Höhenmeter steil nach oben, um dann auf einen genialen Sonnenaufgang zu hoffen, der alles andere als sicher ist.

Auch wenn ich meine beiden ausgebuchten Workshops absagen musste, so habe ich es mir doch nicht nehmen lassen, zu den Schachbrettblumen zu fahren. Und es gibt ein kleines Jubiläum zu feiern: im Jahr 2010 habe ich das erste Mal die Schachbrettblumen fotografiert und bin ihnen bis heute treu geblieben. Abgesehen von dem Jahr, in dem wir in Südamerika waren, bin ich jedes Jahr Ende April unterwegs gewesen, um diese wunderschönen Blumen zu fotografieren.

„Hokkaido wird zum Notstandsgebiet erklärt“ – diese Information ging 2 Tage vor der geplanten Japanreise, deren fotografischen Schwerpunktgebiete auf Hokkaido liegen, durch die Medien. Genau das hatte mir noch gefehlt – sollte das jetzt noch das kurzfristige Ende der Japanreise sein, die mich so viele Mühe bei der Organisation gekostet hatte? Ein Anruf bei der japanischen Agentur, mit der ich zusammengearbeitet hatte, ergab aber glücklicherweise Entwarnung: „Notstand würde nur heißen, dass die Schulen geschlossen sind. Ansonsten kann man sich frei bewegen und die Hotels sind geöffnet“. Wenn man sich das Ganze heute vorstellt, entfährt einem schon ein leichtes Grinsen. Ganze 62 Fälle waren auf der riesigen Insel Hokkaido bekannt. In dem Gebiet, in das wir gereist sind, ganze 3… Naja, so unterschiedlich können Situationen bewertet werden.