Von Nobres in den Amazonas

(Kommentare: 3)

41. - 48. Reisetag (25.08. - 01.09.2015)


Auf geht es in die  viel gelobte Gegend um Nobres, die eigentlich gar nicht dort liegt, sondern 60 km weit davon entfernt. Aber alle um Mike Bueno herum und auch die Menschen in Bom Jardim selbst sprechen so von diesem Gebiet, das touristisch  noch nicht so ganz perfekt erschlossen ist. Wir haben von Ernane wieder einen Namen mitbekommen. Es handelt sich um einen Guide, der einfach super sein soll und mit dem Ernane in unserer Gegenwart telefoniert. Wir sind also frohgemut und sicher, dass wir wieder wunderschöne Plätze finden werden.

Ca. 20km vor unserer Ankunft in Bom Jardim biegen wir von der Hauptstraße ab, da uns dort über iOverlander ein wunderschöner Übernachtungsplatz ins Auge gefallen ist. Die Beschreibung passt genau und wir stehen an einem Stausee, ganz allein und weit genug von der Straße weg, um nicht gesehen zu werden. Aber, welch ein Irrtum! Kaum sind wir ausgestiegen, hören wir einen Brasilianer sehr laut und ununterbrochen reden. Er ist mit einem Kumpel zusammen nur 50m weiter auf einer kleinen Anhöhe. Es dauert keine 3 Minuten, da ist er bei uns. Wir verstehen plötzlich gar kein Portugiesisch mehr. (Sonst auch nur wenig, leider.) Er macht auf uns keinen nüchternen Eindruck, entweder Alkohol oder irgendeine andere Droge beeinflusst ihn. Da wir ihn überhaupt nicht verstehen, verzieht er sich zwar nach 10 Minuten wieder, beginnt jedoch gemeinsam mit seinem Kumpel auf der Anhöhe mit einer Machete das Grünzeug zu malträtieren.

Wir sind uns schnell einig, dass wir bei dieser Nachbarschaft die Landschaft und die Nacht nicht genießen können. Wir steigen ein und brausen davon. Schade, aber unsere Sicherheit ist uns in dieser Situation wichtiger.

Dieser Ausflug hat uns natürlich Zeit gekostet. Die Wegbeschreibung zu dem tollen Guide passt irgendwie nicht zur Realität, so dass wir im Dunkeln den Weg zu der Pousada Reino Encantao finden, die von vielen Reisegruppen angefahren wird. Da wir dazu auf unbefestigten Straßen fahren müssen, wäre Tageslicht nicht schlecht. Aber wir haben manchmal doch ein gutes GPS und kommen sicher an. Die Pousada wirkt sehr leer. Eine französische Familie mit ihrem Guide ist gerade vor uns angekommen. Der Wirt ist total freundlich und wir dürfen dort stehen und die Duschen und Toiletten benutzen. Wie schön der Ort ist, an dem wir jetzt sind, erkennen wir so richtig erst am nächsten Morgen. 


Wir gönnen uns eine ruhige Ankunft und gehen dann in einem kristallklarem Fluss schnorcheln. Nur einige Hundert Meter von der Pousada entfernt, mit Schwimmweste, Taucherbrille und Schnorchel ausgerüstet, stehen wir mitten im Urwald vor einem Becken mit glasklarem Wasser. Dort entspringt der Fluss. An einer nahe gelegenen Stelle dürfen wir ins Wasser gehen. Um das Gleichgewicht des Flusses nicht zu sehr durcheinander zu bringen, ist es verboten, Sonnen- oder Insektenschutz zu benutzen. Das ist aber auch nicht nötig, der Fluss liegt im Schatten und die Moskitos schlafen noch.  Ohne den Boden zu berühren oder Schwimmbewegungen mit den Füßen zu machen, lassen wir uns 40 Minuten lang durch den mäandrierenden Urwaldfluss treiben. Die Wassertemperatur ist angenehm, der Blick auf Fische, Laub, Wasserpflanzen, querliegende Bäume faszinierend. Horcht man in den Urwald, nimmt man fremde Töne von Vögeln und Affen wahr. Man ist ein Teil des Flusses und gleichzeitig ein Zuschauer. Ein wunderschönes Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde.

Am Nachmittag fahren wir ins Dorf Bom Jardim und finden dort die Touristeninformation, in der unser Guide arbeiten soll. Die patente und hilfsbereite junge Frau dort erklärt uns, dass der Guide für 4 Tage in Sao Paulo sei. Sie habe mit Ernane telefoniert... Wir sind verwirrt. Ändern können wir es aber nicht. So kaufen wir ein Voucher für die Lagos dos Araras, an der Aras und Sittiche ihren Schlafplatz haben und surfen in der klimatisierten Touristenagentur einige Zeit im Internet.

Der Besuch bei den Papageien fängt auf dem Parkplatz vielversprechend an. Gleich 5 von ihnen tummeln sich auf den umliegenden Bäumen. An der Lagune selbst, die mit ihren im Wasser stehenden, teilweise auch abgestorbenen Palmen sehr romantisch aussieht, verweigern die Tiere uns leider Einblicke in ihr Leben. Nur wenige tauchen an diesem Abend auf und setzen sich dann auch noch auf Bäume, die sehr weit weg stehen. Die weißen, kleinen Reiher kommen dagegen zuhauf und lassen sich auf ihren Schlafbäumen nieder, was wunderschön aussieht.

An meinem Geburtstag schaffe ich es das erste Mal meine Yogamatte raus zu holen und mit Hilfe meiner App ein wenig zu turnen. Es ist morgens um halb sieben noch einigermaßen kühl und die Moskitos sind in dieser Gegend einfach nicht vorhanden. So fühle ich mich in meinem neuen Lebensjahr schon mal gut. Wir fahren zum Nachbarangebot fürs Schnorcheln, weil Uwe dort springende Fische fotografieren will. Im "Aquarium", was uns sehr empfohlen wurde, geht es nicht, weil dort nur winzig kleine Fische sind. Aber ein Stück weiter am Fluss lockt unsere junge Begleitung die Fische mit aufgespießtem Fischfutter aus dem Wasser. Uwe fotografiert und ich halte den Blitz in der richtigen Höhe. Das Problem dabei ist, dass die Fische nicht vorher hier schreien, sondern völlig überraschend aus irgendeiner Richtung plötzlich hochspringen und schnappen. Wir sind fast 2 Stunden lang beschäftigt, was großen Spaß macht.

Nachmittags probieren wir, die Fische bei der Pousada zu motivieren. Sie bewegen sich aber kein Stück aus dem Wasser heraus. Unser Verdacht ist, dass sie das Futter über Wasser nicht sehen können, da das Licht ungünstig ist. An einer zum Fotografieren unglücklichen Stelle sprang dann tatsächlich mal einer hoch, was aber leider nicht wirklich etwas nützt.

Nach 6 Wochen beginnt es an diesem Nachmittag - meinem Geburtstag - doch tatsächlich an zu regnen. Erst kommt ein für die Tropen zartes Gewitter, dann ein sanfter Landregen. Die Temperatur sinkt von 39 auf 27 Grad. Auch ein Geschenk!

Uwe will mir zuliebe an diesem Tag kochen. Dabei fällt ihm auf, dass wir unseren Salat nicht mit dem Wasser aus der Gegend waschen sollten. Wozu hat er schließlich die Filteranlage eingebaut? Nun wird diese in Betrieb genommen. Das klingt irgendwie komisch? Was ist passiert. Uwe hat vergessen, die Rohre dafür zusammen zu pressen und hat das System auch nicht zur Probe mal laufen lassen. Also: Wasserschaden! Was bedeutet das? Der Bettkasten muss ausgeräumt werden, alles unter dem Bettzeug muss raus, eine Bodenplatte muss abgeschraubt werden..... Der Kochkram steht noch rum, da das Essen ja noch nicht fertig ist. Mein Geburtstagsessen koche ich nun doch selbst, Uwe ist als Handwerker und Wasserschöpfer unterwegs. Zum Glück wissen wir ja, wie es geht, und da sich der Akkuschrauber von seinem Bad doch noch erholt hat, ist auch das Schrauben kein größeres Problem. Uwe hat in weiser Voraussicht für unser gepresstes Abwassersystem eine Handverschraubung für den Notfall eingepackt, die das Problem behebt. Hanf zur Abdichtung hat der Pousadachef in der ersten Schublade. Handyfoto?

Nachdem der Schaden behoben ist, ist dann auch bald das Essen mit perfekt gewaschenem Salat fertig und wir sind froh, dass wir diesmal nur 2-3 Liter Wasser beseitigen mussten.

 


Abends spendiert mir der Wirt eine Caipirinha und die Welt ist wieder in Ordnung. Hier in Brasilien schmeckt sie mir sogar. Die Brasilianer tun einfach viel mehr Zucker hinein, so dass der bittere Geschmack untergeht.

Die Höhlenbesichtigungen in der Gegend gelingen uns irgendwie nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Bei der ersten Höhle werden wir in kleine Schlauchboot ähnliche Sitze gepackt und lassen uns in Badekleidung einen kleinen Urwaldfluss runter treiben. Das ist angenehm und wird von kleinen Stromschnellen hin und wieder beschleunigt. Die junge Frau, die uns begleitet, zeigt uns dann mit Hilfe einer Taschenlampe eine sehr schöne Höhle mit Stalaktiten und vielen Fledermäusen. Fotografieren kann man aber wegen des Wassers dort nicht, da es schwierig ist, eine Kamera mit zu nehmen. Eine weitere Höhle ist zurzeit geschlossen, warum weiß keiner, den wir treffen. Eine neu eröffnete Höhle liegt auf einem Gelände, das zwar überall beworben wird, jedoch menschenleer ist, als wir dort ankommen. Den Zugang können wir allein nicht finden. 

Nachdem wir uns an dem nächsten Tag von den sehr freundlichen und hilfsbereiten Pousadabesitzern verabschiedet haben, machen wir eine wirklich schöne Tour zu einem Wasserfall. Dabei fährt man erst auf ein Farmgelände, was landschaftlich schon sehr beeindruckend ist und wird dann auf dem Arapflegegelände in Empfang genommen. Dort werden bei unserer Ankunft gerade die Tiere gefüttert. Hierbei handelt es sich um kranke oder verletzte Vögel, teilweise irgendwelchen Schmugglern abgenommene Tiere, die hier gesund gepflegt werden. Sie sind deshalb nicht menschenscheu und lassen sich gut fotografieren. Einige können nicht fliegen und sitzen freiwillig in einer riesigen Volière, die sie jeder Zeit verlassen könnten, denn sie hat eine große Öffnung. Die Schmuggler fangen die Tiere, von denen es auch hier nicht mehr viele gibt ein, um sie für viel Geld in die USA oder nach Europa als Haustiere zu verkaufen. Einige Affen turnen auch herum. Sie nähern sich den Menschen aber nicht.

 


Sobald alle Teilnehmer der Tour versammelt sind, kommt ein Guide. Jeder erhält eine Schwimmweste. Wir sind etwas irritiert. Wir wollen doch einen Wasserfall fotografieren - wozu braucht man da eine Schwimmweste? Nun, schnell fragen wir einen Deutschen, der uns gerade angesprochen hat. Es geht also irgendwie bergauf und dann wird man angeseilt und rutscht viele Meter lang über den Urwald, um am Ende abgebremst zu werden und ins Wasser zu plantschen. Das ist ja nun gar nicht mein Ding! Es stellt sich dann auch schnell raus, dass diese Variante zwar existiert, für uns aber noch nicht frei gegeben ist. Uff! Ich bin erleichtert, Uwe ist enttäuscht.

Wir ziehen schnell unsere Badesachen an, steigen ins Auto und fahren gemeinsam mit den anderen ca. 5 km weit auf einen Parkplatz mitten im Dschungel. Dort steigen alle aus und wandern auf einem kleinen Waldpfad ungefähr 20 Minuten lang zum Wasserfall, der sehr schön über Felsen in einen kleinen See runterstürzt. Der Guide schneidet einen Apfel auf, legt sich auf dem Steg auf den Bauch und spießt ein Apfelschnitz auf einen dünnen Stock und hält diesen über das Wasser. Bestimmt 30 Fische kommen an, von denen einer hochspringt und versucht das Apfelstück zu erheischen. Diese Fische springen bestimmt einen halben Meter hoch. Sehr eindrucksvoll! Uwe und ich sind ja schon ein eingespieltes Team. Schnell sind der Blitz und die Kamera bereit und jetzt wird wieder geübt. Die Ergebnisse sind leider nicht so, wie wir sie uns vorgestellt haben. Aber es macht einfach Spaß, den Tieren bei ihren akrobatischen Leistungen zuzusehen.

Das Schwimmen im See ist auch klasse. Man muss eine Schwimmweste anlegen, kann mit Schnorchel und Brille die Fische beobachten und auch zum kleinen Wasserfall hinschwimmen, um sich dann vom großen Wasserfall massieren zu lassen. Ein schöner Vormittag!

28.8.- 1.9.2015

Auf in den Amazonas!

Da wir erst nachmittag los kommen, schaffen wir am ersten Tag unserer Fahrt  auf der BR 163 nur wenige Kilometer. Der Einkauf in Nobris erledigt sich schnell, die Straßen sind erstmal okay. Unsere erste Übernachtung findet auf einer nagelneuen Tankstelle bei Novo Mutum statt, die dafür 40 R$ kassiert. Eine Dusche kostet zusätzlich 5R$. Davon sind wir nicht begeistert, aber hier ist man sicher und kann relativ ruhig schlafen. Das erste Mal seit langem versuchen wir einen Film zu gucken, schlafen jedoch schnell dabei ein.

Am nächsten Tag starten wir sehr, sehr früh (4.30 Uhr), da wir einen sehr langen Fahrtag vor uns haben. Die Landschaft ist geprägt von ganz vielen, sehr großen Sojafeldern. Vom Regenwald sieht man meist nur in der Ferne noch Reste, die Uwe, der sich als Geografielehrer sehr intensiv damit beschäftigt hat, als Sekundärbewaldung erkennt. An der Straße befinden sich immer wieder große Abfüllstationen, in denen die LKW mit Soja befüllt werden, das sie dann nach Itaituba bringen, von wo aus es verschifft wird. Die jungen Städte wie Sorriso, Sinop oder Guarantà do Norte befinden sich direkt links und rechts der Durchfahrtsstraße. Alle großen internationalen landwirtschaftlichen Firmen sind dort vertreten. Alles wirkt modern und ist auf die Zukunft ausgerichtet. Wir sind aus Zeitgründen nicht in die Nebenstraßen gefahren. Es wirkt aber so, als könne man in diesen Städten durchaus gut leben. Die Straße ist meist gut zu befahren, obwohl die Trucks einem das leben schon schwer machen. An diesem Abend finden wir schon gegen 16 Uhr ein Posto, auf dem wir übernachten könnten. Da es aber so viele Gelegenheiten zum Bleiben gegeben hat, beschließen wir, weiter zu fahren und darauf zu vertrauen, dass es so bleibt. Leider täuschen wir uns. Die Straße wird merklich schlechter. Große und kleine, flache und tiefe Schlaglöcher machen plötzlich das Fahren schwierig. Punkt 18 Uhr ist es stockfinster und kein Posto in Sicht. Uwe will auf keinen Fall mitten im Staub eines Dorfes stehen, auch wenn sich dort schon andere für die Nacht eingerichtet haben. Da wir immer mit offenen Fenstern schlafen, wären wir spätestens beim ersten Start eines benachbarten LKW auch drinnen eingestaubt. So fahren und fahren wir. Plötzlich hört auch der kaputte Asphalt auf und eine wirklich schwierig zu befahrene Sandstraße, die eher felsig als sandig ist, beginnt. Wir folgen eine ganze Zeit lang einem LKW, der uns so zeigt, wo entweder die Löcher oder die schwierigen Stellen sind. Zwei Stunden nach Sonnenuntergang kommen wir in Novo Progresso an. Auch hier erscheint uns kein Posto geeignet und schließlich fragen wir, ob wir bei einem Hotel übernachten dürfen. Dort gibt es einen Nachtwächter, der uns die ganze Nacht über im Blick hat. Der Hof, der bestimmt ruhiger sein würde, ist an diesem Abend besonders laut, da dort ein Generator läuft. In der Stadt ist gerade kein Strom vorhanden!


Wir haben an diesem Tag 830 km geschafft bzw. die 830 km haben uns geschafft.

Am nächsten Tag, nach Novo Progresso rechnen wir damit, dass die Asphaltstraße ganz aufhört. Das stimmt nur zum Teil. Die Bauarbeiten laufen. Das heißt, dass es kurze Abschnitte gibt, die sich super fahren lassen. Der andere Teil der Straße ist aber in so einem schlechten Zustand, dass wir die 20 km pro Stunde kaum überschreiten können. Wir fahren in Staubwolken von LKW oder sehen nichts, weil uns einer entgegen kommt. Die Kleinwagen und Pickups sind sehr viel schneller als wir. Das nützt uns nur leider nichts. Die Landschaft verändert sich jetzt wieder sehr. Die Sojafelder werden deutlich seltener, es wird hügeliger.  Man sieht Rinder, die auf den Hügeln zwischen einzelnen Palmen grasen. Überall entlang der Straße wohnen Menschen, deren Häuser oft sehr ärmlich wirken. Primären Regenwald sehen wir höchstens einmal von weitem. 

Endlich kommen wir an die Abzweigung nach Itaituba, an der die LKW nach links und wir nach rechts auf die Transamazonica einbiegen. Die sagenumwobene Straße, von der uns niemand wirklich genau sagen konnte, ob sie nun asphaltiert ist oder nicht. Wir führen genau Buch darüber, können aber sagen, dass die nicht asphaltierten Stellen in jedem Fall besser zu fahren sind, als die auf der BR 163.

An diesem Abend suchen wir rechtzeitig nach einem Ort zum Übernachten. Häuser, in denen wir Menschen vermuten, die sich vorstellen können, wo wir herkommen und was wir hier machen, finden wir nicht. Uwe geht auf eine kleine Anlage mit mehreren Häusern. Dort findet er zwei Kinder vor, die ihn nicht verstehen und denen er sich auch nicht verständlich machen kann. Er denkt auch, dass es nicht okay ist, so etwas mit Kindern zu verhandeln. Bei Kilometer 57 fährt gerade ein junger Mann auf einem Motorrad auf ein Gelände, auf dem wir Platz hätten, ohne ganz direkt an der Straße zu stehen. Nach einem kurzen Gespräch dürfen wir unser Auto hochfahren. Ein älterer Mann und zwei ca. 8 und 10 Jahre alte Mädchen empfangen uns. Sie sind sehr schüchtern, verstehen nicht so ganz, worum es geht. Unsere Landkarte auf dem Auto macht das Ganze ein wenig einfacher. Der junge Mann hat den Überblick und ebnet uns den Weg zu den anderen drei. Die Mädchen trauen sich dann auch, sich unser Auto mal von innen anzuschauen, der ältere Herr taut bei einem Bier ein wenig auf. Wir haben eine sehr angenehme Nacht, vor allem weil es noch am späten Abend ein erholsames Gewitter mit Regen gibt, was die Temperaturen von über 30 auf 21 Grad abkühlen lässt. 


Auf der Transamazonica fahren sehr viel weniger LKW. Wir kommen angenehm schnell voran, obwohl die Straßenbauarbeiten uns schon faszinieren. Riesige Erdbewegungen sind offenbar nötig, um aus der "alten" Straße eine moderne zu zaubern. Mit Bussen werden morgens um 7 Uhr die Bauarbeiter an den verschiedenen Stellen der Straße verteilt. Dort finden sie moderne Baumaschinen vor. Wir halten dauernd an, da das Morgenlicht so schön ist und auch Bauarbeiten im warmen Licht besser wirken. Überall werden wir freundlich begrüßt, niemand ist gegen ein Foto. Ein Toyota braust die Straße an diesem Abschnitt vor und zurück. Ein jung wirkender schmaler Mann steigt aus und redet mit einzelnen Bauarbeitern. Wir nennen ihn den Ingenieur, obwohl das nur unserer Phantasie entspringt. Nach kurzer Zeit grüßt er auch uns aus seinem Wagen heraus. An einer sehr steilen Stelle kommt ein LKW nicht hoch. Er steht dort fast senkrecht und wartet auf Hilfe. Selbst auf dieser kaum befahrenen Straße provoziert er einen Stau. Der Fahrer stammt aus der Gegend von Blumenau und begrüßt uns bei der Vorbeifahrt auf Deutsch. Er klärt uns darüber auf, dass die LKW, wenn sie gen Norden fahren alle Soja geladen haben, dass von Itaituba aus in die USA und Europa verschifft wird. Wenn sie gen Süden fahren aus Richtung Santarem kommend, haben sie Soja Saatgut aus den USA geladen...

Wir fahren weiter und sind bald in Ruropolis. Dieser Ort hat keine asphaltierten Straßen und wirkt dadurch sehr staubig. Außerdem sieht man dort vor allem LKW und sehr viele Männer. Wir frühstücken erstmal, und kaufen ein paar Kleinigkeiten ein. Etwas verwundert stellen wir fest, dass es hier schon um halb elf Mittag gibt. Die Churaceria vor uns ist sehr gut besucht. Erst später stellen wir fest, dass die Uhrzeit mal wieder umgestellt ist. Es ist bereits halb zwölf. Das ist für Brasilien eine absolut normale Mittagszeit. Es beginnt ja auch alles spätestens um 6 Uhr.

Nun biegen wir von der Transamazonica in Richtung Santarem ab. Die asphaltierte Straße hat zwar an einigen Stellen so heftige Löcher, dass es eine hohe Konnzentration erfordert, sie zu fahren, aber im Großen und Ganzen ist die Straße in einem sehr guten Zustand. Trotzdem dauern die 230km mal wieder ewig. Aber irgendwann ist auch das geschafft und in Belterra biegen wir ab, um die Straße am Flussufer des Tapajos nach Alter do Chào zu fahren.

In Belterra gibt es wieder große Sojafelder und gut gepflegte Straßen. Auch die Straße zum Fluss ist gut in Schuss. Wir fahren dort nur kurze Zeit entlang und müssen dann aussteigen, um uns das malerische Ufer anzuschauen. Niedrige Bäume und Büsche wachsen direkt am Ufer oder stehen zum Teil sogar im Wasser. Man könnte auch denken, dass man am Meer steht, so breit ist der Fluss. Das gegenüberliegende Ufer ist jedenfalls nicht zu sehen. Leider finden wir hier keinen Platz, an dem wir am Strand stehen können. Privatbesitz und dichte Vegetation verhindern dies. Am Ende von Belterra gibt es dann einen öffentlichen Strand, wo man wohl stehen könnte. Wir entscheiden uns jedoch dagegen, da wir den Rest der Straße erst noch sehen möchten. So juckeln wir weiter die schmale, meist gut fahrbare Straße entlang, kommen durch kleine Hausansammlungen, die allerdings meist recht arm wirken. Hin und wieder erahnt man, hinter Mauern versteckt, mehr Wohlstand. Gegen 16 Uhr kommen wir dann in Alter do Chào an.

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Kommentar von Bernd |

bin erst jetzt auf eure Website gestoßen.
zu deiner Wlan Lösung im Auto. Mit dem Alpha Zeugs habe ich mich lange herumgeärgert. Dann fand ich den Dovado Tiny Ac Router von Dovado. Kann fast alles und für mich die ideale ' all in one' Lösung.
Gute Reise.

Kommentar von Per & Sylvia |

wir sind auf dem Wege euch einzuholen, sind aber erst zwischen Teneriffa und Grand Canaria, es wird also noch etwas dauern :-)

Antwort von Uwe Hasubek

Na da habt ihr ja noch so eonoges vor euch. Wir arbeiten uns gerade langsam auf der Transamazonica gen Osten. Hier ist in der Trockenzeit Staubschlucken angesagt. Unser Auto fährt bisher völlig problemlos Verlegen. Euch weiterhin eine tolle Überfahrt!

LG Uwe

Kommentar von reiner leifried |

ihr rumtreiber,

zunächst einmal, dir, liebe silke,,nachträglich einen herzlichen glückwunsch zum geburtstag. danke für deine ausführlichen reiseberichte. ich studiere sie mit grosser freude. weiterhin tolle erlebnisse und spannende fotoerlebnisse.
alles gute reiner

Was ist die Summe aus 6 und 2?